Charles Bukowski – Der Dichter mit Dosenbier und Durchblick
Charles Bukowski war kein Literat mit Füllfederhalter, sondern eher einer mit verknautschter Unterlippe, dreckigem Lachen und einer offenen Bierdose in der Hand.
Er hat nicht geschrieben, um zu gefallen – sondern, weil zwischen dem sechsten Bier und der dritten Niederlage noch Platz für ein Gedicht war.
Geboren in Andernach am Rhein, ausgewandert nach Los Angeles und dort zum Weltmeister der literarischen Selbstzerlegung aufgestiegen. Bier war für ihn kein Rauschmittel, es war Betriebssystem.
Was Bier für Goethe der Wein war, war für Bukowski das billige Lager aus dem Supermarktregal: ehrlich, kalt, zuverlässig, manchmal schal, aber immer da.
In seinen Romanen, Gedichten und Kneipentiraden war Bier ständiger Statist, Sidekick, Stütze und manchmal auch Ausrede.
Er trank, fluchte, schrieb und das alles mit einem gewissen Respekt vor dem Schmerz des Alltags.
Oder wie er selbst sagte: „Ich glaube nicht an Gott. Aber ich glaube an ein gutes, kaltes Bier nach einem beschissenen Tag.“
Bukowski war kein Trinker, der schrieb, er war ein Schriftsteller, der nie aufhörte zu trinken. Er machte das Bier nicht schöner, als es ist. Aber er zeigte, dass selbst aus dem Bodensatz der Gesellschaft Poesie perlt.
„Ein gutes Bier kann kein Leben retten, aber manchmal einen Abend.“
Kommentar hinzufügen
Kommentare