Wer ist eigentlich Pierre Celis?

Veröffentlicht am 6. Januar 2026 um 10:30

Der Mann, der ein fast vergessenes Bierstil wieder zum Leben erweckte

Als Pierre Celis 1966 in seinem Heimatort Hoegaarden zu brauen begann, galt Witbier beinahe als ausgestorben. Die letzte Brauerei, die dieses helle, milchig-trübe Bier mit Koriander und Orangenschalen herstellte, hatte kurz zuvor geschlossen. Was andere als erledigt ansahen, weckte in Celis eine Mischung aus Widerspruchsgeist, Nostalgie und Leidenschaft. Er wollte zurückholen, was für Belgien einst selbstverständlich war – und verlor sich dabei in einem Projekt, das weit größer werden sollte, als er selbst erwartete.

Celis braute zunächst in einer alten Scheune, mit einfachstem Gerät und wenig Geld. Doch sein Witbier schmeckte wie ein Stück verlorener Geschichte: frisch, würzig, cremig und unglaublich charaktervoll. Schnell sprach sich herum, dass in Hoegaarden jemand ein Bier braut, das so schmeckt, als sei es aus einer anderen Zeit. Die Nachfrage stieg – und damit der Ruhm.

In den 1980ern brannte die Brauerei ab, Celis stand wieder vor dem Nichts. Doch statt aufzugeben, wanderte er nach Texas aus und gründete dort die Celis Brewery, brachte das Witbier in die USA und inspirierte eine ganze Generation amerikanischer Craft-Brewer. Sein Bier, sein Stil, sein Glaube an das Witbier überlebten Kontinente, Brände und Krisen. Heute ist Hoegaarden weltweit bekannt – und jede Flasche erzählt ein Stück seiner Geschichte.

Pierre Celis hat nicht nur ein Bier wiederbelebt.

 

Er hat ein kulturelles Erbe gerettet und in die Moderne getragen.

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