Es beginnt völlig harmlos. Ein ganz normaler Abend in einer ganz normalen Kneipe. Der Wirt zapft ein Pils, stellt es auf den Tresen und geht zum nächsten Gast.
Als er zurückkommt, ist das Glas leer.
Er schaut den Gast an.
„Schon ausgetrunken?“
Der Gast schüttelt den Kopf.
Das Glas beginnt plötzlich zu schweben.
Und dann fällt es um.
Spätestens jetzt wäre klar: Hier stimmt etwas ganz gewaltig nicht.
Zuerst würde man vermutlich an einen betrunkenen Stammgast denken. Dann an einen schlechten Scherz. Vielleicht sogar an einen besonders starken Luftzug. Aber als sich kurz darauf drei weitere Biergläser wie von Geisterhand über den Tresen bewegen und ein frisch gezapftes Pils einfach aus dem Glas verschwindet, wäre der Fall eindeutig.
Das Bier ist besessen.
Die Nachricht würde sich wie ein Lauffeuer verbreiten. In Kneipen würden Gläser plötzlich über die Tische rutschen, Bierflaschen würden aus Kühlschränken schweben und manche Fässer würden nachts von ganz allein anfangen zu rollen.
Und natürlich würde irgendwann jemand die einzigen Leute rufen, die für so einen Fall geeignet wären:
die Ghostbusters.
Mit Blaulicht und Protonenpacks würden sie in der Kneipe auftauchen. Eigentlich wären sie auf alles vorbereitet – nur nicht auf ein schwebendes Helles, das ihnen mitten ins Gesicht schwappt.
Die Geisterjäger hätten schnell ein Problem: Einen Geist kann man fangen. Aber was macht man mit einem Geist, der sich im Bier versteckt?
Peter Venkman würde vermutlich feststellen, dass manche Biere besonders aggressiv sind, während andere eher friedlich herumstehen. Ein Weizen würde vielleicht gemütlich vor sich hinblubbern, während ein Doppelbock bereits den Eindruck vermittelt, dass er schlechte Laune hat.
Egon würde natürlich sofort wissenschaftlich werden und versuchen herauszufinden, warum ausgerechnet Bier von Geistern besessen wird. Seine Erklärung wäre vermutlich so kompliziert, dass niemand sie versteht.
Nur Ray hätte eine viel einfachere Theorie:
„Vielleicht haben die Geister einfach Durst.“
Und tatsächlich würde sich herausstellen, dass die Geister nicht die Menschen erschrecken wollen. Sie wollen nur endlich wieder das tun, was sie zu Lebzeiten offenbar besonders gerne gemacht haben:
Bier trinken.
Das Problem: Sie sind tot.
Also trinken sie jetzt das Bier der Lebenden.
Für die Ghostbusters beginnt damit der vermutlich schwierigste Auftrag ihrer Karriere. Denn jedes Mal, wenn sie einen Biergeist einfangen wollen, stellt sich die gleiche Frage:
Was passiert mit dem Bier danach?
Und genau da würde Peter Venkman plötzlich sehr aufmerksam werden.
„Moment mal. Wenn wir den Geist aus dem Bier entfernen … kann man das Bier dann noch trinken?“
Egon würde ihn entsetzt anschauen.
„Peter! Das ist wissenschaftlich völlig unklar.“
Peter nimmt einen Schluck.
Kurze Pause.
„Also ich schmecke nichts.“
Damit wäre die Sache natürlich erledigt.
Am Ende würde die Geisterplage wahrscheinlich tatsächlich verschwinden. Die Ghostbusters hätten sämtliche besessenen Fässer eingefangen und die Kneipen könnten wieder ganz normal öffnen.
Nur eine Sache würde sich verändern.
Auf jedem Bierdeckel würde ab sofort stehen:
„Bei ungewöhnlichen Bewegungen des Getränks bitte nicht austrinken. Ghostbusters verständigen.“
Und wenn spät in der Nacht irgendwo ein Bierglas plötzlich ganz langsam über einen Tisch rutscht, weiß man:
Entweder ist es ein Geist.
Oder der Tisch steht schief.
Oder jemand hat einfach wirklich Durst.
Bierfakt zum Mitnehmen:
Schon im Mittelalter glaubte man, dass beim Brauen und Gären übernatürliche Kräfte eine Rolle spielen könnten. In manchen Regionen wurden deshalb spezielle Zeichen, Kräuter oder Bräuche eingesetzt, um Bier vor dem „Verhexen“ oder Verderben zu schützen. Die Menschen wussten noch nicht, dass Hefen und Mikroorganismen für die Gärung verantwortlich sind – für sie konnte es durchaus wie Magie wirken, wenn eine Flüssigkeit plötzlich zu schäumen und Alkohol zu bilden begann.
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