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Gaffel Wiess

Über das Bier

Das Gaffel Wiess aus der Privatbrauerei Gaffel ist im Grunde ein kleiner Blick zurück in die Biergeschichte Kölns. Denn bevor Kölsch blank filtriert und geschniegelt in der Stange serviert wurde, tranken die Kölner vor allem eins: Wiess; naturtrüb, ungefiltert und deutlich ursprünglicher.

Das Bier wurde 2020 wiederbelebt und orientiert sich bewusst am historischen Stil des alten Wiessbiers

Geschmack und Eindruck

Im Glas zeigt sich das Gaffel Wiess hellgolden bis strohfarben, naturtrüb und mit stabiler, feinporiger Schaumkrone. Schon optisch wirkt das Bier deutlich rustikaler als klassisches Kölsch. In der Nase treffen frische Getreidenoten auf leichte Hefearomen und eine milde Fruchtigkeit.

Der Antrunk ist weich, angenehm mild und extrem süffig. Eine dezente Malzsüße eröffnet das Bier, begleitet von leichter Brotnote und sanfter Frische. Im Mittelteil bleibt das Wiess wunderbar unkompliziert: wenig Bittere, dafür viel Trinkfluss und ein angenehm cremiges Mundgefühl durch die Naturtrübung.

Das Bier wirkt dabei fast wie die gemütlichere, entspanntere Version eines Kölsch: weniger geschniegelt, dafür etwas voller und weicher. Der Abgang bleibt mild, frisch und sauber mit dezenter Hopfennote.

Interessantes

Historisch gilt Wiess als der direkte Vorläufer des heutigen Kölsch. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts war ungefiltertes Wiess in Köln weit verbreitet, bevor moderne Filtertechnik das klare Kölsch populär machte. Genau diese alte Biertradition greift Gaffel heute wieder auf.

Fazit

Kölschs entspannter Urgroßvater – naturtrüb, mild und gefährlich süffig.

Privatbrauerei Gaffel Becker & Co. OHG

Köln, Nordrhein-Westfalen, Deutschland

Bierstil: Wiess / Kölsch

Alkoholgehalt: 4,9 % vol.

Stammwürze: 11,5 °P

Trinktemperatur: 5–7 °C

Bitterwert: 11 IBU 

Note: