Wer und was ist eine Bierhexe?

Die Figur der „Bierhexe“ ist kein dokumentierter historischer Titel – aber sie basiert auf einer realen und tragischen Geschichte: Im Mittelalter waren viele Frauen Brauerinnen, bis sie unter Verdacht gerieten, Hexen zu sein.

 

Wer war also die erste „Bierhexe“?

Es gibt keinen überlieferten Namen für eine „erste Bierhexe“, aber es gibt ein historisches Phänomen, das diesen Begriff erklärt: Frauen als erste Bierbrauerinnen. In fast allen alten Kulturen waren Frauen fürs Brauen zuständig, auch in Europa. In England nannte man sie z.B. Alewives. In Deutschland, Skandinavien, Flandern etc. war Hausbrauen fester Teil weiblicher Arbeit. Diese Frauen verkauften Bier auf Märkten, oft mit großem Kupferkessel, besonders hohem Hut (damit man sie sah), besen am Türrahmen (Zeichen für „hier gibt’s Bier“) und Katze zur Mäusejagd bei den Getreidesäcken. Ab dem 15. Jahrhundert wurden viele dieser Frauen plötzlich als verdächtig angesehen. Die Brautradition wanderte zu Männern, Klöstern & Zünften ab und viele Frauen wurden verfolgt, verurteilt oder einfach ausgeschlossen.

Die „Bierhexe“ ist also eine Opferfigur zwischen Kultur, Misogynie und Marktverdrängung. Sie war keine Einzelperson, sondern ein ganzes System unterdrückter Frauen in der Braukunst.

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