Als das Bier laufen lernte – die Geschichte des Dosenbiers

Heute gehört die Bierdose ganz selbstverständlich zum Handel, zu Festivals oder in den Kühlschrank. Doch ihr Start war alles andere als selbstverständlich. Erst 1935 kam in den USA das erste kommerziell erfolgreiche Dosenbier auf den Markt. Möglich machte das die Brauerei Krueger Brewing Company gemeinsam mit der American Can Company.

Der Weg dorthin war schwierig: Bier steht unter Druck, reagiert empfindlich auf Licht und Sauerstoff und greift Metall an. Frühere Versuche scheiterten genau daran. Erst spezielle Innenbeschichtungen und stabilere Weißblechdosen machten die Idee marktreif.

Für viele Verbraucher war die Dose damals eine Sensation. Sie war leichter als Glas, bruchsicher, platzsparend und schnell gekühlt. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten sowie während des Zweiten Weltkriegs bot sie enorme logistische Vorteile.

In Deutschland dauerte es bis 1951, ehe das erste Dosenbier erschien. Hier blieb man lange der Mehrwegflasche treu, denn Bier aus Glas hatte Tradition. Erst mit dem Wirtschaftswunder, wachsendem Handel und moderner Verpackungstechnik gewann die Dose langsam an Bedeutung.

Später bekam Dosenbier teils ein schlechtes Image – billig, warm getrunken, wenig stilvoll. Dabei ist das technisch nur ein Vorurteil: Eine moderne Dose schützt Bier hervorragend vor Licht und Sauerstoff und kann Qualität sogar besser bewahren als manche Flasche.

So zeigt die Geschichte des Dosenbiers vor allem eins: Manchmal steckt hinter einer unscheinbaren Verpackung mehr Innovation, als man denkt.

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