Was wäre, wenn das Oktoberfest in Köln erfunden worden wäre?

 


Was wäre, wenn das Oktoberfest in Köln erfunden worden wäre?

„O’zapft is!“ in München – das kennt jeder. Aber was, wenn die Geschichte anders verlaufen wäre?
Was, wenn im Jahr 1810 nicht in Bayern geheiratet worden wäre, sondern am Rhein?
Wenn nicht Kronprinz Ludwig, sondern der kölsche Jung Jupp Schäfer eine große Sause zur Eheschließung mit seiner Maria veranstaltet hätte – und daraus DAS Bierfest schlechthin entstanden wäre?

Willkommen zur Parallelwelt, in der das Oktoberfest in Köln erfunden wurde.

Statt Maßkrug: Kölschstange.
Statt „Ein Prosit der Gemütlichkeit“: „Drink doch eine met“ aus 5.000 Kehlen.
Und das Ganze nicht in der „Wiesn“, sondern auf dem Roncalliplatz, zwischen Dom, Döner und Dackelrennen.

Die Festzelte? Nennt man hier natürlich „Büdchenhallen“.
Die Bedienung? Trägt keine Dirndl, sondern Karnevalskostüm.
Und wenn du zu viel getrunken hast, wirst du nicht hinausgeworfen – sondern bekommst einen Orden.

Natürlich wäre die Musik eine andere:
Statt „Hulapalu“ gibt’s „Mer losse d’r Dom en Kölle“ auf Dauerschleife. Statt Blasmusik tanzt man Schunkelwalzer im 11er-Takt.
Und spätestens beim dritten Kölsch ruft jemand: „Et is wie et is – nur mit Schaum!“

Touristen aus aller Welt kämen in Scharen nach Köln – in Erwartung bayerischer Maßkrug-Romantik – und würden feststellen, dass sie in eine rheinische Dauerkarneval-Version des Oktoberfests geraten sind.
Sie würden es lieben. Oder zumindest vergessen, warum sie überhaupt da sind.

Auch die Brauereien müssten umdenken:
Statt Festbier gäbe es saisonale Kölsch-Spezialsude.
Motto: „Oktoberkölsch – süffig wie der Dom hoch ist.“

Die Moral der Geschichte?
Köln und Oktoberfest – das wäre wohl weniger zünftig, aber deutlich herzlicher.
Und wahrscheinlich gäbe es keinen einzigen Streit ums richtige Glas.
Denn eins ist klar: Wer Kölsch trinkt, muss eh oft nachbestellen.


Bierfakt zum Mitnehmen:

Das Oktoberfest wurde 1810 zur Hochzeit von Kronprinz Ludwig von Bayern und Prinzessin Therese ins Leben gerufen – ursprünglich gar nicht als Bierfest, sondern mit Pferderennen und Volksbelustigung.
Dass es heute das größte Bierfest der Welt ist, verdankt es also einem bayerischen Brautpaar – aber hätte genauso gut ein kölsches werden können.


Kommentar hinzufügen

Kommentare

Es gibt noch keine Kommentare.

Erstelle deine eigene Website mit Webador