Zum Abschluss unserer Reihe kommen wir zu einem Malz, das wie kein zweites die Gemüter spaltet: das Rauchmalz. Es ist ein echtes Traditionsmalz, das uns einen direkten geschmacklichen Link zur Geschichte des Brauens gibt, als das Malz noch über offenem Holzfeuer getrocknet wurde.
Der Steckbrief
- Herkunft: Besonders bekannt aus Bamberg (Franken/Deutschland).
- Typ: Spezialmalz (über Buchenholzrauch gedarrt).
- Farbe: Bernstein bis kupferfarben, ca. 4,0 – 8,0 EBC.
- Charakter: Rauchig, würzig, intensiv.
Das Geschmacksprofil: Wie schmeckt es?
Der Name ist Programm. Das Malz wird in einer Rauchkammer gedarrt, wobei der Rauch des Buchenholzes tief in das Korn einzieht.
- Rauch: Erinnert an Speck, Schinken oder ein knisterndes Lagerfeuer.
- Holzig: Eine erdige, rauchige Würze, die sehr präsent ist.
- Dezente Süße: Im Hintergrund schwingt meist eine leichte Malzsüße mit, die den Rauch „abfedert“.
Das Malz-Radar
- Süße: 2/5
- Körper/Vollmundigkeit: 3/5
- Röstgrad: 3/5
- Farbe: 2/5
- Keks/Getreide-Noten: 1/5
- (Hinweis: Hier dominiert das „Rauch-Aroma“.)
Wo findet man es? (Der Praxistest)
Das berühmteste Beispiel ist das Bamberger Rauchbier. Während man es in Franken oft zu 100 % einsetzt, nutzen Craft-Brauer weltweit es gerne als „Gewürz“ in geringen Mengen (1–5 %), um komplexen dunklen Bieren (z. B. Stouts oder Porter) eine spannende, lagerfeuerartige Tiefe zu verleihen.
Tipp zum Erschmecken:
Achte auf den „Speck-Moment“. Wenn du ein Bier am Glas hast, das intensiv nach geräuchertem Schinken oder einer Grillparty riecht und schmeckt, dann hast du Rauchmalz im Glas. Es ist ein sehr dominantes Aroma – entweder man liebt es oder man muss sich erst daran gewöhnen!
Verwandte Seelen: Ähnliche Malze
- Peated Malt (Torfmalz): Kommt aus der Whisky-Produktion (Schottland). Es schmeckt deutlich „medizinischer“, jodhaltiger und schärfer als der milde, „kulinarische“ Buchenholzrauch des deutschen Rauchmalzes.
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