Hopfen-Porträt #18: Das goldene Aroma – El Dorado

Der El Dorado ist ein Paradebeispiel für die „moderne US-Welle“. Er wurde erst 2010 eingeführt und hat sich durch sein extrem intensives, süß-fruchtiges Profil sofort in die Herzen der Brauer weltweit gespielt. Er ist quasi das Gegenteil von den harzigen Klassikern wie Chinook.

​Der Steckbrief

  • ​Herkunft: USA (Washington State)
  • ​Typ: Aromahopfen (mit ordentlich Alpha)
  • ​Alpha-Säure-Gehalt: ca. 13,0 – 16,0 %
  • ​Charakter: Süß-fruchtig, intensiv, „candy-like“.

​Das Aromaprofil: Wie schmeckt er?

​El Dorado ist einzigartig, weil er eine Fruchtigkeit mitbringt, die man eher mit Süßigkeiten oder reifen Sommerfrüchten verbindet als mit klassischer Zitrus-Herbheit.

  • ​Tropisch: Sehr starke Noten von Ananas und Mango.
  • ​Steinobst: Reifer Pfirsich und Aprikose.
  • ​Süßlich: Er hat eine fast schon „kandierte“ Note, die an Birnenbonbons oder Wassermelone erinnert.

Wo findet man ihn? (Der Praxistest)

​Er ist ein Star in New England IPAs (NEIPAs) und Hazy IPAs. Da er so ein starkes, süßlich-fruchtiges Aroma hat, wird er oft genutzt, um die „Saftigkeit“ eines Bieres zu unterstreichen, ohne dass man dafür mit Früchten brauen muss.

​Tipp zum Erschmecken:

Wenn du ein Bier trinkst, bei dem du das Gefühl hast, es schmeckt fast nach Ananassaft oder Gummibärchen, ohne dass Zucker zugesetzt wurde – dann ist sehr wahrscheinlich El Dorado dabei. Er ist „lauter“ und „süßer“ in der Wahrnehmung als ein Citra.

​Verwandte Seelen: Ähnliche Hopfensorten

  • ​Huell Melon: Geht auch in die süß-fruchtige Richtung (Melone/Erdbeere), ist aber feiner und weniger intensiv als der El Dorado.
  • ​Azacca: Ebenfalls sehr tropisch, erinnert oft an Mango und Ananas – ein direkter Konkurrent in der „Tropen-Liga“.

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