Hopfen-Porträt #27: Der eiskalte Riese – Polaris

Der Polaris ist ein „High-Alpha“-Hopfen, der 2012 vorgestellt wurde. Sein Name ist Programm: Er wirkt „kühl“ und hat eine so immense Kraft, dass man ihn nur sehr vorsichtig dosieren darf. Er ist kein Hopfen für subtile Noten, sondern ein Paukenschlag im Bier.

​Der Steckbrief

  • ​Herkunft: Deutschland (Hallertau)
  • ​Typ: Bitter- und Aromahopfen (High Alpha)
  • ​Alpha-Säure-Gehalt: ca. 18,0 – 23,0 % (einer der höchsten Werte weltweit!)
  • ​Charakter: Eiskalt, minzig, intensiv fruchtig.

​Das Aromaprofil: Wie schmeckt er?

​Das Aromaprofil des Polaris ist so ungewöhnlich, dass es manche sogar an Kaugummi erinnert.

  • ​Minze/Menthol: Das absolute Alleinstellungsmerkmal. Er erzeugt beim Trinken ein Gefühl von Kühle auf der Zunge.
  • ​Frucht: Eine sehr intensive, fast schon „künstlich“ wirkende Note von Ananas oder tropischen Früchten.
  • ​Würzig: Eine kräftige, grüne Würze, die die Kühle unterstreicht.

Wo findet man ihn? (Der Praxistest)

​Wegen seines extrem hohen Alpha-Gehalts wird er oft als Bitterhopfen verwendet, aber seine wahre Stärke (und Gefahr) liegt im Whirlpool. Er findet sich in modernen Double IPAs oder Stouts, bei denen der Brauer einen „eisigen“ oder extrem kräftigen Kick sucht.

​Tipp zum Erschmecken:

Wenn du ein Bier trinkst und plötzlich eine Note spürst, die dich an Menthol-Kaugummi oder eine extrem frische, fast medizinische Minze erinnert, dann ist Polaris am Werk. Er übertönt fast alles andere und hinterlässt ein eiskaltes Gefühl im Rachen – sehr erfrischend, aber man muss es mögen.

​Verwandte Seelen: Ähnliche Hopfensorten

  • ​Kein wirklicher Zwilling: Der Polaris steht ziemlich alleine da. Manche US-Hopfen haben zwar eine gewisse minzige Note, aber keiner erreicht diese extreme „Kühle“.

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