Die afrikanische Biermutter

In einem Dorf am Rand der Savanne, so erzählen es die Alten, war es lange Zeit Aufgabe der Frauen, das Korn zu bewahren. Hirse und Sorghum lagen in geflochtenen Körben, geschützt vor Regen und Hitze. Eine von ihnen, deren Name längst vergessen ist, beobachtete das Korn genauer als die anderen. Sie bemerkte, dass gekochter Brei, der einige Tage stehen blieb, sich veränderte. Er wurde säuerlich, lebendig, begann zu arbeiten. Statt ihn wegzuschütten, verdünnte sie ihn mit Wasser und ließ ihn weiter ruhen. Als sie davon trank, merkte sie, dass er nicht krank machte, sondern stärkte. Sie braute erneut – diesmal bewusst.

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Die Legende vom Bamberger Rauchbier

Man sagt, es geschah in einer Nacht, in der über Bamberg ein Gewitter tobte, so gewaltig, dass selbst die Türme des Dombergs unter Donnerschlägen erzitterten. Blitze zerrissen den Himmel wie brennende Peitschen, und einer davon soll das Malzlager eines Brauers getroffen haben. Holzbalken stürzten, Flammen leckten an Säcken voller Malz, und im Morgengrauen blieb nur noch verkohlter, schwarzer Staub, verrußtes Korn und der beißende Geruch von Rauch zurück.

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Die Bierquelle des heiligen Wenzel

In Böhmen, so erzählt man sich, gab es einst eine Quelle, deren Wasser anders war als jedes andere. Klar war es, kühl auch – doch wer davon trank, spürte sofort eine unerwartete Wärme. Eine milde Kraft, die den Körper stärkte und den Geist beruhigte.

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Radegast – Der Gastfreund, der durch die Nacht ging

Man erzählt im alten Mähren, dass es eine Winternacht gab, die so hart war, dass selbst die erfahrensten Bauern dachten, das Licht würde nie zurückkehren. Der Wind peitschte über die Felder, das letzte Fass im Dorfkeller war beinahe leer, und die Menschen saßen schweigend in der Schenke, während draußen der Frost an den Fensterrahmen nagte.

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